TSG Tübingen: Stickeralbum ein voller Erfolg

Tütchen aufreißen, Sticker abziehen und ins Album einkleben. Welcher Fußballfan kennt dieses Glücksgefühl nicht, wenn die erste Seite der eigenen Sammlung vollständig ist? Besonders vor Europa- und Weltmeisterschaften bricht landesweit immer wieder das Sammelfieber aus. Bei der TSG Tübingen braucht es dazu kein großes Turnier – hier bringt man einfach ein eigenes Stickeralbum heraus.

466 Sticker: So viele benötigt man, um das Sammelalbum der TSG Tübingen bis auf den letzten Platzhalter zu füllen. Gemeinsam mit dem Unternehmen “Stickerstars” hat der Verbandsligist aus Baden-Württemberg eine eigene Ausgabe der beliebten Abziehbildchen herausgebracht. Seit dem vergangenen Wochenende sind die Sticker exklusiv in zwei Tübinger Supermärkten erhältlich. “Ich hatte die Idee, sowas anzubieten, damit sich die Kleinen auch mal wie die Großen fühlen können. Dabei bin ich auf die Firma Stickerstars gestoßen, und ihr Angebot hat für uns einfach sehr gut gepasst”, erklärt Alexander Wütz, Abteilungsleiter Fußball bei der TSG.

RUND 400 MITGLIEDER ABGELICHTET

Auch die Verantwortlichen im Verein hatte der 41-Jährige schnell von seinem Vorhaben überzeugt: “Alle fanden es grundsätzlich gut und waren von der Idee sehr angetan.” Aufgrund der neuen Datenschutzgrundverordnung musste zunächst von allen Interessierten, die ins Album wollten, eine Erlaubnis eingeholt werden. Insgesamt 400 Mitglieder der Turn- und Sportgemeinde erklärten sich bereit, für die Fotos Modell zu stehen. Neben den Fußballern standen auch Sportlerinnen und Sportler aus den Bereichen Volleyball, Lacrosse und der rhythmischen Sportgymnastik vor der Kamera. Außerdem sind in dem Heft Aufnahmen des TSG-Sportgeländes zu sehen.

“Einer der Bambini hat am Samstag schon eine Runde auf dem Parkplatz gedreht, weil er sich selbst gezogen hat”

Für die Fotos reiste eigens ein professioneller Fotograf an, der bereits für den FC Bayern München gearbeitet hat. Zwei Tage lang wurde im Akkord fotografiert, berichtet Wütz im Gespräch mit FUSSBALL.DE : “Von früh morgens bis in den späten Nachmittag haben wir alle Mannschaften, Spieler und Trainer abgelichtet.” Vor allem bei den Jugendmannschaften blieb das Fotoshooting in bleibender Erinnerung. “Es war besonders für die Kinder eine tolle Sache. Mit Blitzschirmen und Blitzen fotografiert zu werden, das hatten sie auch noch nicht erlebt”, so der Initiator.

Das Resultat kann sich sehen lassen. Sowohl das Heft zum Einkleben als auch die Portraits der Sportler stehen dem Vorbild einer bekannten italienischen Marke in Nichts nach. Das sahen auch die ersten Sammelbegeisterten so, die am Samstag zum offiziellen Verkaufsstart in den örtlichen Supermarkt kamen. Neben der Möglichkeit, ein Fußballabzeichen abzulegen, wurden dort auch die ersten Alben und Sticker zum Verkauf angeboten. “Die Resonanz war sehr gut und die Aktion wurde gut angenommen. An dem Tag haben wir um die 150 Alben und 1600 Sticker verkauft.”

TSG’LER IM SAMMELFIEBER

Bereits vorher habe man viele Anfragen bekommen. Nun sei das Sammelfieber aber zweifelsfrei ausgebrochen, zeigte sich Wütz erfreut: “Wir hatten während der Aktion schon viele Jugendliche da, die eifrig geklebt und getauscht haben.” Statt Neuer, Messi oder Ronaldo hießen die Objekte der Begierde an diesem Tag Baumann, Rosmer oder Sauerborn. Noch größer war die Freude, wenn man sich selbst aus einem der Tütchen zog. “Einer der Bambini hat am Samstag schon eine Runde auf dem Parkplatz gedreht, weil er sich selbst gezogen hat. Es ist sensationell zu sehen, was für ein Spaß dabei rauskommt.”

Auch dank solcher Erlebnisse sieht sich Wütz in seiner Aktion bestätigt. “Es geht darum, das Gefühl zu bekommen, selbst ein ganz großer Fußballer zu sein. Das wollten wir den Jungs ermöglichen.” Daneben spielt auch der finanzielle Aspekt eine Rolle: Sieben Euro kostet das Starterpack mit Sammelalbum und 25 Stickern, 80 Cent jedes weitere Tütchen mit fünf Bildern. Neben Stickerstars verdient auch der Verein beim Verkauf mit und möchte die Einnahmen vor allem in die Jugendarbeit stecken. “Uns geht es immer darum, die Infrastruktur optimal zu gestalten. Zuletzt wurde eine Kabine renoviert und mit dem Geld werden wir Kleinspieltore anschaffen”, erklärt Wütz.

Der Abteilungsleiter hat sich selbstverständlich auch mit Stickern eingedeckt. “Ich bin natürlich auch dabei, mein Album zu vervollständigen. Mal sehen, wann ich mich selber ziehe”, grinst er. Sollte ihm dies nicht gelingen, muss er auf ein Tauschgeschäft am 4. Mai 2019 hoffen: Dann veranstalten die Tübinger eine Tauschbörse auf ihrer Sportanlage.

Quelle: www.fussball.de